3. Schach macht Spaß oder meine unorthodoxe Herangehensweise an dieses Spiel

Schach, ja von Schach hatte ich allenfalls mal gehört. Ich wusste, dass es kein Würfelspiel ist.
Das war es dann auch.
Meine Eltern hatten später mal ein Schachspiel zur Deko stehen. Ich weiß bis heute nicht, ob die Figuren von richtig aufgebaut waren. Keine Berührung mit dem Volkssport. Ein Spiel in der großen Spielesammlung, aber nie dafür interessiert. Ich war ja auch „richtiger“ Sportler. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht.

Bis zu meinem 33. Lebensjahr hatte ich nie Kontakt zu Schach, geschweige denn zu Schachspielern.

Plötzlich kannte ich einen Schachspieler, aber Schach sagte mir immer noch nichts. Ich wusste nur, dass wenn mein neuer Partner zu einem Schachspiel fuhr, dass es endlos dauern konnte, bis er wieder zuhause war. Ich fand es sehr befremdlich, dass er mir sagte, er sei um so und so viel Uhr wieder da – es wurde grundsätzlich später. Ich komme vom Mannschaftssport, und da hat ein Spiel eine bestimmte Zeit – duschen – danach nett beisammen sein, manchmal auch noch zusammen Essen – ich konnte ziemlich genau sagen, wann ich wieder zuhause bin. Es würde noch Jahre dauern, bis ich endlich dahinter kam, warum das so war.

Bis zu meinem 42. Lebensjahr wusste ich immer noch nichts über Schach, nur dass es sehr zeitaufwändig ist.

Irgendwann im zarten Alter von ca. 4 Jahren fing unsere kleine Tochter sich dafür zu interessieren, was denn der Papa da mit diesen tollen Holzdingern macht. Es machte ihr Spaß die lustigen Gestalten richtig aufzustellen; sie fand es faszinierend wie die Figuren hin und her geschoben wurden. So faszinierend, dass sie das auch unbedingt wollte.

Und ich wusste immer noch nicht mehr über Schach.

Unser Töchterchen war so begeistert, dass sie irgendwann auch natürlich an Turnieren teilnehmen wollte. Wer durfte Sie begleiten? Richtig, die Mama! Der Papa war ja arbeiten oder selber Schach spielen.

(Mittlerweile wusste ich aber, wie die Figuren in der Grundstellung stehen. Ich musste noch lange überlegen, aber ich habe mal eine schöne Geschichte gelesen, wo die Anfänge des Schachs beschrieben waren. Also wusste ich, dass die Bischöfe direkt neben dem Königspaar stehen mussten.
Das war lange meine Eselsbrücke, da ich die Springer immer mit den Läufern vertauschte.)

Die Turniere waren mal mehr und mal weniger nett. Nett, die vielen neuen Leute, die ich kennen lernen durfte. Weniger nett, die Tränen die flossen, wenn mehrere Spiele hintereinander verloren wurden, das Kind zu beruhigen, die Wartezeit zu vertreiben. Egal, das Kind hatte Freude daran (meist zumindest). Ich wartete mit der kleinen Schwester, las, ging spazieren und unterhielt mich nett. Ich schaute nie mal nach, weil ich dachte, ich würde sie dann ablenken.
So ging das einige Zeit.

Bis der Tag kam, der mein Leben veränderte….
Spaß beiseite.
Der Tag war ein Mädchenturnier in Spelle. Ein Raum, viele Mädchen. Kleiner Spielplatz nebenan, wo die kleine Schwester spielen konnte. Was auch der Grund war, weswegen ich mich nicht entfernen konnte. Angesteckt durch die anderen Eltern ging ich dann auch mal durch die Reihen. Und was sah ich? ……NICHTS! Lauter schwarze und weiße Figuren, die kreuz und quer auf den Brettern standen.
Ich tat so, als wenn ich mit Sachverstand auf die Partien schaute.
Das war schon sehr frustrierend.
Ich unternahm beim nächsten Turnier einen weiteren Versuch. … wieder NICHTS! Rechts und links von mir redeten die Eltern über die Partien und die Stellungen…und ich verstand und sah rein gar nichts!
So konnte das nicht weiter gehen. Zwei Schachspieler in der Familie und ich hatte keine Ahnung.

Na ja, ich war schon sehr stolz, dass ich wusste, wie die Figuren stehen mussten. Zu mehr ….ja zu mehr dachte ich, bin ich nicht fähig.

Nun gab es oder gibt es noch ein kleines Problem…als Mutter von vier Kindern, Hausfrau, Putzfrau, Gärtnerin, Näherin, Supermulitorganisatorin, Ehrenamtslerin, etc. ach ja nebenbei arbeite ich auch noch, hatte ich keine Lust intensiv etwas Neues….nein Schach zu lernen. Für neue Dinge, die mich wirklich interessieren bin ich immer aufgeschlossen; aber dieses Schachding war nicht ganz so freiwillig. Ich gebe zu, die meiste Zeit war ich genervt dass mein Partner am Wochenende so oft und so lange weg war, dass ich Schach … sagen wir mal so, dass ich dem Schach nicht so freundlich geneigt war.

Mein (heute altes) Windows Vista hatte ein Schachspiel integriert. Da konnte ich mal etwas üben. Ach ja vorher ließ ich mir natürlich noch beibringen, wie die Laufwege der Figuren sind.
Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ich glaube ich fand es schwieriger zu lernen, wie die Figuren in der Grundstellung stehen, als wie sie laufen.
Nun gut, Einstellung sehr leicht und los ging es …ach zum Glück gibt es die „Zurück“ Taste…
Mein Mann meinte zwar mit so einem Programm wäre es nicht sinnvoll, aber was sollte ich tun, wenn keiner da war?

Irgendwann wagte ich kleine Partien mit unserem Schachtöchterchen. Ich wünschte mir einen kleinen Mann im Ohr, der mir sagen sollte, was ich ziehen soll. Kleine Partien mit meinem Mann, die sehr frustrierend waren, weil ich schon nach drei vier Zügen so verloren stand, dass es keinen Spaß machte. Ich überlegte (ungelogen) stundenlang und er zog immer sofort. Ich begleitete unsere Tochter zum Training, wo ich wartete. Da in Vereinen immer etwas los ist, fand ich auch bald einen mir angemessenen Gegenspieler. Na ja, so halbwegs. Er setzte mich immer Schäfermatt und ich kapierte lange nicht, was ich falsch machte. Das ging über Monate so.
Ich nahm mir ja auch nicht die Zeit zu üben. Irgendwann war es mir zu blöd und ich ließ mir zeigen, wie man sich gegen Schäfermatt verteidigt. Schade bald hatte mein Gegenspieler keine Lust mehr gegen mich zu spielen. Ich habe dann tatsächlich ab und an gegen ihn gewonnen. Seitdem ließ er sich im Verein nicht mehr blicken. (Nun ja, ich weiß nicht ob das wirklich nur an mir lag.)

Ich kann nicht sagen, dass mich der Ehrgeiz gepackt hat, aber ich wollte jetzt doch ein wenig mehr können. Schaute mal in die Schachbücher meines Mannes …öhm, ich klappte sie auf, und auch direkt wieder zu. Ich verstand NICHTS! Oh wie frustrierend ist das denn?
Ich habe unter den gefühlt 100en Büchern kein einziges gefunden, wo ich über die erste Seite hinweg gekommen bin. Bis……
….ja bis mein Mann dann das Buch „Starke Bauernregeln“ kaufte. Endlich mal ein Schachbuch, mit dem ich etwas anfangen konnte. Dadurch habe ich auch irgendwann richtig kapiert, wie dieses Schäfermatt funktioniert. Und auch einige andere Regeln. Vielleicht hat auch das erste Heft der Stappenmethode Hilfe geleistet.

Jetzt traute ich mich auch mal gegen meine Tochter zu spielen. Und siehe da, ich gewann auch mal.

Gaaaanz langsam begann es mir zu gefallen.

Ich wollte natürlich auch die Notation erlernen und machte mich auf zu einem Spiel im Verein. Eine weitere Mutter, die auch spät das Schachspiel für sich entdeckt hat, übte mit mir. (Ich muss mal kurz anmerken, dass diese Mutter weitaus ehrgeiziger ist als ich. Sie spielt mittlerweile viele Turniere und hat richtig Spaß daran gefunden.) Bei mir ist es noch nicht ganz so weit. Wo bin ich stehen geblieben? Ach ja Notation. Das Spiel sollte beginnen.

Also so schwer ist das ja gar nicht! Ich war stolz auf mich, dass ich das so gut hinbekomme … bis ich nach einiger Zeit merkte: die Sache hat einen Haken: Ich habe nur meine Züge aufgeschrieben. Die meiner Gegnerin habe ich weggelassen. Kein Wunder, dass mir das so gut von der Hand ging. Fehler passieren.

Mittlerweile zeigte mir mein Mann alle seine Partien, wenn er nach Hause kam. Das hat mein Auge ungemein geschult. Und ich hatte im Laufe der Zeit sogar auch mal bessere Ideen als er.

Da unsere jüngste Tochter auch mal kurz am Schach interessiert war, waren wir natürlich als Familie Mitglied im Schachverein. Versteht sich von selbst.

Nun kam der Tag, (mein Mann war mittlerweile Mannschaftsführer einer Mannschaft, in der unsere Tochter mitspielte), an dem ein Mannschaftsspieler fehlte. Nicht nur das – auch ein Fahrer für die fast nur aus Kindern bestehende Mannschaft fehlte. Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und …. Ihr könnt es euch schon denken. Mein erstes Spiel stand mir bevor.

Ohhh ich war so aufgeregt. Nasse Hände und Angst davor etwas falsch zu machen. Mein Gegner, ein Junge im Alter meiner Tochter….und es war auch sein erstes Spiel. Wetten ich war aufgeregter als er?

Ich ließ es mir nicht anmerken. Den Vorteil, den man als Erwachsener doch manchmal hat, ist, dass jüngere Kinder noch Respekt vor Erwachsenen haben. Nur weil sie größer sind. (Dabei bin ich nicht mal groß.) Nicht alle, aber in diesem Fall war das so. Wir waren absolut auf einem Niveau. Ich würde mal behaupten, er hatte mehr Ahnung als ich. …. nur, da ich mich ja nicht als Schachspieler bezeichnen würde, der die Grundlagen hat, die Kinder in den Trainingseinheiten bekommen, spiele ich unkonventionell und nach unlogischem Bauchgefühl. Und dieses Bauchgefühl (verzeiht mir liebe Schachspieler) findet die lange Rochade einfach toll. Warum weiß ich bis heute nicht. Mittlerweile kann ich schon leicht eine Stellung beurteilen und mache doch schon mal eine kurze Rochade, aber das war ja mein erstes Spiel. Also wählte ich die lange Rochade einfach so aus dem Bauch raus. (Wahrscheinlich wusste ich nicht, was ich sonst ziehen sollte.) Das hatte zur Folge, dass mein Gegner total überrascht war. Ich hatte ihn so aus dem Konzept gebracht, dass er nicht mehr wusste, was er machen sollte. Und verlor die Partie.

Natürlich freute ich mich auch ein wenig über meinen Sieg, aber ich hatte mehr Mitleid mit dem Jungen. Er war ganz traurig. Ich weiß ja, es ist wie es ist und im Schach sollte der bessere gewinnen. Ich denke in diesem Fall hatte ich einfach Glück. Und eine Quote von erst mal 100 % 1/1.

Zu Einzelturnieren traute ich mich nicht. Das Problem in meinem Alter ist ja, wenn man/frau etwas macht, sollte es ja schon möglichst perfekt sein. Da ich ja einsehe, ohne Üben geht das nicht, verzichte ich bis heute darauf. Oh je, zu weit vorgegriffen.
Es kam ein weiteres Mannschaftsspiel wo meine Anwesenheit erforderlich war. Ja nur meine Anwesenheit, das wusste ich aber vorher nicht. Ich war genauso aufgeregt wie beim ersten Spiel. Mein Gegner kam nicht. 2/2 immer noch 100 %.

Meine 100 % gaben mir so viel Selbstbewusstsein, dass ich 2016 bei den Deutschen Meisterschaften im Dabei Cup mitspielte. Okay, nach einigen Überredungskünsten vom Trainer unserer Tochter und der Kooperation vom Turnierleiter, der mich dann direkt unten beginnen lies, (weil alles andere machte keinen Sinn. Nicht nur für mich nicht, sondern auch für die Spieler oben). Ich habe von 6 Spielen eins gewonnen. Lauter nette Gegner, bis auf einen, der es unter seiner Würde fand einen so schwachen Gegner wie mich zu haben. (Leider merke ich nicht, wenn ich verloren stehe und spiele munter weiter. Das zehrte wohl an seinen Nerven), so dass er nach seinem gewonnenen Spiel einfach abhauen wollte. Ich war froh, dass er das Brett nicht vom Tisch fegte. Aber meine netten Tischnachbarn brachten ihn zur Raison und er stellte brav seine Figuren wieder auf.

Einer anderen Mutter habe ich auch noch einen Punkt beschert. Somit hatten wir beide einen. Ich fühlte mich gut.

Ich habe das 2017 versucht zu wiederholen, bin aber erst später eingestiegen und hatte somit nur 4 Spiele, die ich leider alle verlor. Jedoch schachlich hatte ich im Laufe des einen Jahres viel dazu gelernt. Mein zweiter Gegner war ein sehr netter Herr mit einer DWZ über 1700 und da habe ich ziemlich lange gut mitgehalten. Leider zog ich kurz von dem Endspiel (vielleicht war es auch im Endspiel) den falschen Turm und aus war es. Bei meiner letzten Gegnerin verhedderte ich mich – wir spielten dann noch ein weiteres Spiel (inoffiziell) welches ich gewann. Sie bot mir an Remis einzutragen, aber da habe ich auch meinen Stolz. Und schon war ein wenig mein Ehrgeiz angestachelt.

Wieder zuhause bot sich mir die Gelegenheit … ich muss kurz erwähnen, dass ich seit meinem 14. Lebensjahr Ehrenamt mache. Verschiedene Dinge, aber immer mit Kindern. Zuletzt war ich an einer Schule tätig. Diese Schule bot mir nun (nachdem ich die Kinder oft bei Grundschulschachturnieren begleitet habe; hier mal den Dank an meinen Arbeitgeber, der mir das immer so ermöglicht: Danke!) eine Schach AG an. Puhhhhhh, da musste ich erst mal überlegen. Es war ja schon eine Herausforderung. Da musste ich erst 50 Jahre alt werden um dass sich aus meinem Ehremamt mal eine bezahlte Möglichkeit ergibt…, aber ausgerechnet Schach; (ich hatte mal eine Lizenz als Basketballtrainer, das könnte ich gut), aber Schach. Ich weiß nicht. Allmählich gefiel mir dieses Spiel ja. Überlegt. Mein Mann bestärkte mich. Okay. Ich stellte mich dieser Herausforderung. Machte ein kleines Schachpatent, damit ich etwas in/an der Hand hatte, womit ich die Kinder für das Spiel interessieren könnte.

Ich könnte über die Schach AG mit den Kindern eine weitere Geschichte zu Schach macht Spaß schreiben. Die Kinder sind so begeistert von Schach. Mädchen wie Jungen. Nach dem Regelunterricht – volle Konzentration – mit Spaß dabei. Und so lernbegierig. Die reinste Freude.

Ich muss vielleicht noch schreiben, dass ich seitdem ich etwas verstehe, die Spiele immer super spannend find. Hätte man mir das vor 20 Jahre gesagt, hätte ich meinem Gegenüber wahrscheinlich einen Vogel gezeigt. Schach – laaaangweilig. Das kann wirklich nur jemand behaupten, der keine Ahnung hat. So wie ich früher. Ich fiebere jetzt immer bei den Spielen meines Mannes und unserer Tochter mit. Unglaublich.

Ich schweife schon wieder ab. Wo war ich? Ach ja mein geweckter Ehrgeiz. Ich übe mehr und merke wie ich mir immer mehr merken kann. Früher musst ich meinen Gegner fragen, wenn er einen Zug gemacht hat, und ich ihn nicht gesehen habe. Ich kann sogar Varianten berechnen. Matt in zwei erkennen. Habe mir ein Schachbuch zugelegt und mache einen weiteren Schachlehrgang mit, um meinen AG Kindern noch mehr beibringen zu können.

Nun kam mein dritter Mannschaftskampf. Meine Stimmung war schon anders. Diesmal freute ich mich und war nicht ganz so aufgeregt wie sonst. Irgendwie fühlte ich mich sicherer als sonst. Warum? Ich habe mir am Tag vorher nochmal von unserer Jüngsten zeigen lassen, wie ich mich gegen Schäfermatt verteidigen muss. Auch wenn sie kein Schach spielen möchte, das kann sie sehr gut erklären. Da ich keine einzige Eröffnung beherrsche, wollte ich hier zumindest auf Nummer sicher gehen.

Hier die Partie (ich hoffe, ich habe alles richtig mitgeschrieben) : 1. e4 e5 2. Lc4 f6 3. Sc3 Se7 4. Sf3 d65. h3 Sbc6 6. Lb5 Ld7 7. d4 Sg6 8. Sd5 a69. Lxc6 Lxc6 10. dxe5 fxe5 11. Lg5 Le712. Lxe7 Sxe7 13. c4 Dd7 14. Sg5 h615. Dh5+ Kd8 16. Sf7+ Kc8 17. Sxh8 De618. Df7 Kd7 19. Dxe6+ Kxe6 20. Sxc7+Kd7 21. Sxa8 Lxe4 22. Sb6+ Ke6 23. Td1Lxg2 24. Tg1 Lxh3 25. Tg6+ Sxg626. Sxg6 Lg4 27. Tc1 Kf6 28. Sf8 Lf529. c5 Ke7 30. Sbd7 Lxd7 31. Sxd7 Kxd732. cxd6 Kxd6 33. Td1+ Ke6 34. Ke2 g535. Kf3 Kf5 36. Kg3 a5 37. a4 b6 38. b3h5 39. Kf3 e4+ 40. Kg3 h4+ 41. Kg2 Kf442. Td4 Ke5 43. Td8 Kf4 44. Tf8+ Kg445. f3+ exf3+ 46. Txf3 Kh5 47. Tf6 Kg448. Txb6 h3+ 49. Kh2 Kh4 50. b4 axb451. Txb4+ g4 52. Txg4+ Kxg4 53. a5 Kf454. a6 Ke5 55. a7 Kd4 56. a8=D Kc457. Kxh3 Kd4 58. De8 Kd5 59. Kg4 Kc560. Dd7 Kc4 61. Kf4 Kc3 62. Ke3 Kc463. Dd6 Kb5 64. Kd4 Ka5 65. Kc4 Ka466. Db4#

Okay, die Schachkenner haben es gleich bemerkt. Ich bin gleich im dritten Zug von meiner Vorbereitung abgewichen. Hab ich in dem Moment gar nicht bemerkt. Nun, ab da fühlte ich mich permanent in Bedrängnis. Das absolute Unheil begann dann mit meinem 14. Zug. Eigentlich wollte ich nur den Springer vertreiben und habe leider nicht gerechnet, sondern nur gezogen. Ein paar Züge später fiel auch mein zweiter Turm. Unerfahren wie ich bin, spielte ich natürlich weiter. Und irgendwann in den Mitte 30er Zügen fühlte ich mich so, als wenn ich mit dieser Stellung noch etwas reißen könnte. Vorausgesetzt er benutzte seinen Turm weiterhin nicht. Ich dachte die ganze Zeit, wenn ich jetzt mehr Erfahrung hätte, dann ließe sich da bestimmt etwas machen. Mit dem Gefühl versuchte ich noch ihn mit den zwei einzelnen Bauern auf der anderen Seite abzulenken. Da ging dann gar nichts mehr – auf beiden Seiten. Ab Zug 38 fühlte ich mich dann sehr gut; bis…ja bis er seinen Turm mitspielen ließ. Nachdem fast alles von mir abgeräumt war, dachte ich (pfiffig wie ich bin) könnte ich noch versuchen mich Patt setzen zu lassen….aber auch das ging gründlich in die Hose.

Glorreich untergegangen. Selber schuld, was übe ich auch nie. Seitdem mache ich brav täglich meine Taktikaufgaben in meiner Schachapp.

Also wenn jetzt noch einer sagt, Schach wäre langweilig und macht keinen Spaß – bitte zu mir schicken.

Verfasser: Luise Meijerink, Nordhorn